20.05.2019 Irgendwie ist das eine auch ziemlich traurige Abschiedszeit….. Gestern war ich mit meinen Musikernachbarn Aleksej und Lena, die mich in Perm so freundlich bewirten und als Gastgeber von unübertreffbarer Großartigkeit sind, im Banja, der russischen Sauna-Variante. Ein schöner Abend und Abschied von dem kleinen See, in den man dann taucht, danach bei den beiden in deren Häuschen Tee trinken und dann friedvoll ins Bett. Eigentlich hatten wir ja vor, zum Vollmond ein Feuer anzufachen und dann Musik zu machen. Das hatte sich allerdings durch das Gruselwetter, etwa dem mitteleuropäischen Aprilwetter, hier bei 3° plus, entsprechend, irgendwie zerschlagen, war kein Thema mehr… Umso erstaunter war ich dann, daß mich die Lena um etwa 01 Uhr früh vor Kälte schlotternd aus dem Schlaf riss und meinte, das Feuer sei an, ich möge doch bitte zum anderen Nachbarn gehen und fragen, ob dieser kommen könne und wir sollten Taschenlampen mitbringen. Ich zog mich also an und tappte schlaftrunken zu diesem hin. Der hatte nun bei diesem Wetter nicht wirklich Lust, zum Feuer zu kommen und ich ging dann allein, mich etwas wundernd, weshalb die Lena so erpicht auf Besuch war….. als ich ankam, lag der Aleksey, Lenas Mann im Dunkel zitternd vor Kälte am Boden, ein Riesenchaos um das Haus herum. Das Feuer sah ich erst aus unmittelbarer Nähe….. das Haus brannte. Die Elektropumpe im Bach brummte und die Lena zielte mit dem Schlauch patschnass und schlotternd vor Kälte in die Glut. Zurückgehastet zu dem anderen Aleksej, jeder von uns nahm einen Feuerlöscher aus dessen Haus und dann eiligst zurück zum Feuer. Die Nachtigall sang trotz der Kälte, der Mond schien. Aus beiden Feuerlöschern kam ein leises „pfff…..“, das war´s. Eine Stunde später war das Feuer aus, die Glutreste gelöscht. Ohne die Pumpe und den Schlauch wäre alles abgebrannt. Und heute früh bei Tageslicht sahen wir dann, wieviel Glück im Spiel war. Das Haus ist überwiegend kaputt, das Dach muss komplett neu gemacht werden. Meine dort gelagerten Musikinstrumente hatten die beiden als erstes gerettet(!). Der Grund für das Feuer war der heftige Wind gewesen, welcher heiße Asche aus dem Asche-Eimer herausgeweht hatte und die Glutreste dann das Feuer entfacht haben. Die meisten Plastikgriffe an den Werkzeugen in der Nähe des ersten Brandherdes waren teils komplett abgeschmolzen, teils hingen noch Reste am Metall. Genau dort stand auch ein Benzinkanister, der nicht explodiert ist, weshalb wir alle am Leben geblieben sind, gleichwie die Gasflasche, eine große, die das Feuer ohne Schaden überstanden hat. Das waren die Wunder dieser Nacht, die hier in Russland die Walpurgisnacht war. Sollte jemand also mit dem Ausbruch eines Hausbrandes konfrontiert werden, so ist es ungeheuer wichtig, sich zuerst richtig anzuziehen, wasserdicht. Wenn Du unten das Zeug aus dem Haus räumst und von oben das Löschwasser runterpladdert bei solchen Temperaturen, dann solltest Du unbedingt trocken bleiben! Die Katze hatte die beiden geweckt und ihnen das Leben gerettet….. Zwei Stunden hatten die beiden gegen das Feuer gekämpft, bevor die Lena sich zu mir schleppte, steif von Kälte und Nässe. Deshalb ist der Aleksej auch von der Leiter runtergefallen, auf sein Kreuz, das war von der Kälte…

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